Ein Blick zurück:  Noch vor kurzer Zeit waren Großveranstaltungen weltweit  ziemlich "normal".  Das ist heute leider heute aktuell kaum noch vorstellbar. 

Ein Hauch von Wehmut beschleicht uns beim Lesen des folgenden Berichtes von Detlef Nacke  

3. Vitality Halbmarathon London 2020 / 21,09 km 

Mehr als 16.000 Läufer gingen Anfang März  in der dritten Ausgabe von „The Vitality Big Half“, Londons Community-Halbmarathon, auf die Straße der britischen Hauptstadt.

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Ich hatte noch eine Rechnung offen mit meiner Stadt, eine läuferische. Im letzten Jahr beendete ich den „London Landmarks Halbmarathon“ in 02:09:17. Über zwei Stunden. Dieser Stachel saß tief. Leider bekam ich keinen Startplatz, in der Verlosung, für den Landmarks Halbmarathon. Also musste eine Alternative her und die war dann schnell gefunden.

Der London Vitality Big Half Marathon ist ein neues Laufevent, der erstmals am 4. März 2018 stattfand, bei dem neben dem Charity-Thema vor allem auch die kulturelle Vielfalt der Stadt London im Mittelpunkt steht. Die ersten beiden hatte Mo Farah gewonnen. In diesem Jahr hatte u. a. Kenesiane Bekele gemeldet. Der Bekele, der in Berlin den Marathon Weltrekord um Sekunden verpasst hatte. Eines vorweg, er gewann das Lauf.

 

Die 3. Auflage fand mit 16.000 Teilnehmern am 1. März statt. Der Startbereich an der Tower Bridge versprach viel. Die Laufstrecke führte uns durch die Bezirke von Southwark, Tower Hamlets und Lewisham bis nach Greenwich.

Neben dem "Big Half" wird auch ein "Little Half" angeboten - 2,4 Meilen ab Southwark Park - und der "Big Relay" Familienlauf für Teilnehmer aller Alters- und Leistungsklassen. Dazu gibt es im Greenwich Park ein ganztägiges Festival. Ein perfektes Event aus Sport, Sightseeing und Kultur!

Auf dem Weg von der London Bridge Station zur Startlinie an der Tower Bridge fühlte sich die Veranstaltung lebhafter an als ein Bienenstock. Schnell wird deutlich, dass der Big Half sehr gut organisiert Verantwortlich dafür ist das Team des London Marathons.

Die Taschen wurden mit einer Flotte von Lastwagen bis zur Ziellinie transportiert. Die Strecke war gut ausgeschildert und vielen ehrenamtlichen Helfer rundeten das Bild einer gelungenen Veranstaltung ab. 

Der Lauf wurde in sechs Wellen, ab 09.00 Uhr, gestartet. Ich konnte mit der zweiten Welle, um 09:07 Uhr, auf die Strecke. Die Temperaturen waren mit 9 Grad zum Laufen ideal. Einzig der zeitweise böige Wind machte das Laufen etwas beschwerlich. 

Ich hatte mir am Tag zuvor noch eine günstige, warme Jacke gekauft. Eine gute Investition, wie die vielen frierenden Läufer/innen um mich herum, das bestätigten. 

Nach dem Überqueren der Startlinie ging es n ach Osten, in Richtung Canary Wharf. Die Stimmung an der Strecke war für die Wetterlage beträchtlich und vor allem laut. Außerdem waren auch eine Reihe von Bands und DJ, an den Hotspots, die für Stimmung sorgten.

Für diejenigen, die den London Marathon gelaufen sind, wird sich ein Großteil der Strecke der Big Half vertraut anfühlen. Die ersten Kilometer geht es „The Highway“ entlang. Besonders war auch nach 1,5 km, dass die Laufstrecke, durch den „Limehouse Link Tunnel“ führte. Der Tunnel hat eine Länge von 1,8 km! Der Tunnel führt direkt in die Londoner Docklands. 

Die Docklands ist der halboffizielle Name eines Stadtteils im Osten von London. Er besteht aus Teilen der Stadtbezirke Southwark, Tower Hamlets, Newham, Lewisham und Greenwich.Die namensgebenden Docks waren früher Teil des Hafens von London, einst der größte Hafen der Welt.

Weiter ging es um die „Canary Wharf“, einem Bürogebäudekomplex auf der Isle of Dogs im Londoner Stadtbezirk Tower Hamlets. Danach liefen wir parallel zu den ersten Kilometern auf die „Tower Bridge“ zu. Wir überquerten die Tower Bridge, einem der Highlights des Halbmarathons.

 

Die Tower Bridge ist eine Straßenbrücke über den Fluss Themse in London und benannt nach dem nahen Tower of London. Sie wurde 1894 eröffnet und verbindet den Stadtbezirk Tower Hamlets auf der Nordseite mit dem Stadtteil Southwark im Stadtbezirk London Borough of Southwark auf der Südseite.

Wir überquerten die Tower Bridge, einem der Highlights des Halbmarathons. Weiter ging es nach Süden, vorbei an Bermondsey und Rotherhithe. 

Die Route ist schnell, mit einigen Steigungen nach Unterführungen, sowie mehreren gepflasterten Straßen. Gerade das Kopfsteinpflaster bereitete vielen Läufer/innen große Probleme. Die letzten 5 km führten ziemlich unspektakulär durch ein Wohngebiet zum Ziel. Eine letzte fiese Steigung, 500 m vor dem Ziel, brachten die Oberschenkel zum Brennen.

Nach einer Linkskurve war sie dann zu sehen, die „Cutty Sark“ und auch das Ziel.

Die Cutty Sark ist ein englischer Tee- und Wollklipper. Sie wurde im Jahre 1869 fertiggestellt und war eines der schnellsten Segelschiffe ihrer Zeit. Sie war der letzte Klipper, der für den Seehandel gebaut wurde. 1954 wurde sie in einem speziellen Trockendock in Greenwich, London, als Museumsschiff aufgelegt, brannte jedoch im Mai 2007 nahezu vollständig ab. Nach der Restaurierung wurde sie am 25. April 2012 wiedereröffnet.

Hinter den Elite-Läufern überquerten in Greenwich, 16.222 Läufer/innen, die Ziellinie.

Für mich war der Lauf nach 01:57:44 beendet. Ich hatte mein Ziel erreicht und meinen Frieden mit meiner Stadt. Ab Kilometer 15 (01:20:40) wurden die Beine schwer und die Pace ging in den Keller. Die letzten Kilometer waren schon Qüalerei. 

M55 Platz 211(476)  

Platz Männer 5345 (8635) Gesamt Platz 7281 (15960) 

Frauen 7333 / 8635 Männer - 15968 Gesamt 

"Es ist großartig, durch London zu laufen. Es war mein letzter Lauf hier. Ich habe ihn genossen, auch wenn es zum Ende hin schmerzhaft war“.

Neben den Rennen bot das Vitality Big Half Festival im Greenwich Park Läufern und ihren Familien nach dem Lauf die Möglichkeit, mit Musik, Essen und Gesprächen sich feiern zu lassen.

Auf der Hauptbühne hatten lokale Künstler, die Möglichkeit sich zu präsentieren. Federführend war hier die britische BBC.

Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits auf dem Weg nach Haus.

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