Einen interessanten Erfahrungsbericht zu einem langen Laufwochenende vom 29. Mai bis zum 1. Juni hat unser Vereinsmitglied Rainer Beckers verfasst:

Es hat mich schon immer geärgert, dass bereits der "Halbmarathon" als die im Vergleich zum Marathon wesentlich vernünftigere, aber wahrlich nicht anspruchslose Variante der Langdistanzen sehr nach "halber Portion" klingt. Kein Halbmarathoni wird je mit Laufshirts und Leidensgeschichten einen Kult um sich entfalten, wie es für die Marathonis möglich ist. Auch die mehrfache Teilnahme am Hermannslauf als "gefühlter Marathon" kann den Makel, noch nie einen Marathon bestritten zu haben nicht wirklich ausgleichen.

Start des Halbmarathon in Hagen (Startnummer 1374 Rainer Beckers)

Insgeheim beschäftigt mich deshalb doch hin und wieder die Frage, ob ich diesem Mythos des Laufsports überhaupt gewachsen wäre. Um diese Frage zu beantworten, habe ich mir einen kleinen Leistungstest ausgedacht. Einerseits sollte dieser Test die Belastung eines Marathons realitätsnah simulieren. Andererseits sollte er aber berücksichtigen, dass ich für 42 KM eigentlich zu trainingsfaul bin und nicht so schnell laufen kann, wie die Motivation nachlässt.

Zunächst hatte ich ins Auge gefasst, einfach einen Marathon über mich ergehen zu lassen. Anmelden, starten und nach sechs Stunden irgendwie ins Ziel kommen. Hinterher erzählen man sei Marathoni. Dieses Konzept habe ich aber schnell verworfen, da unseriös. Meine Lösung bestand darin, eine echte Herausforderung zu suchen und die Marathondistanz auf drei dicht aufeinanderfolgende Wettkämpfe aufzuteilen.

Eine ideale Gelegenheit dafür bestand am langen Wochenende. Den Anfang machte ein schneller 10er. Der Nightrun in Harsewinkel bot sich an, da er am Mittwoch spät abends startet. So konnte ich die Erholungszeit sehr kurz halten. Schon ziemlich genau 12 Stunden später stand ich an der Startlinie des 52. Internationalen Volkslaufes in Hagen-Emst. Ein schöner Landschaftslauf im Ruhrgebiet, mit über 400 Höhenmetern, der zudem mit anschließender Livemusik und Volksfest glänzen kann. Für den Abschluss war dann nochmals ein 10er vorgesehen. Er sollte aber unbedingt Höhenmeter bieten, damit die Belastung hoch blieb. Da Freitag kein passender Lauf zu finden war, viel die Wahl auf den Fort Fun Westernlauf des TUS Valmetal in Bestwig, der am Samstag stattfand. So hatte ich nur einen Tag Erholung nach dem Halbmarathon. Der Fort Fun Lauf führt auf drei Runden durch das Gelände des Freizeitparks und die Läufer haben immerhin ca. 200 Höhenmeter zu überwinden.

Zieleinlauf Nightrun Harsewinkel

Danach stand das Ergebnis des Leistungstests fest. Ausgehend von rund 100 Minuten für den Halbmarathon lag das Ziel für die Addition der Einzelzeiten deutlich unter vier Stunden. Mit einer Gesamtzeit von ca. 03:40:00 hatte ich demnach für mich den Mythos Marathon, zwar in Einzelteilen, aber letztlich erfolgreich besiegt. Auf jeden Fall hat dieses Konzept Spaß gemacht und wird sicher wiederholt. Vielleicht könnte eine 4*10er Wettkampfserie eine noch interessantere Zerlegungsvariante sein, die es sich demnächst zu testen lohnt.

17. Nightrun Harsewinkel

⇒ 52. Internationalen Volkslaufes in Hagen-Emst

18. FORT FUN Westernlauf

 

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