Wünsche, um nicht zu sagen "Sehnsüchte", begleiten uns Läuferinnen und Läufer nicht nur in der Hochzeit des Gebens und Nehmens - auch Weihnachten genannt.
Wünsche sind für uns ein permanentes Spiegelbild des Auseinanderfallens von Anspruch und Wirklichkeit. Beispiele gibt es viele: Die neue persönliche Bestzeit, Hermannslaufvorbereitung ohne Muskelkater oder Intervalltraining mit Spaß. Der Volksmund sagt dazu nur achselzuckend: immer wünscht man sich das, was man nicht hat. Soll wohl heißen, dass der Mensch nie zufrieden ist.
Andererseits wäre es aber auch ein Widerspruch in sich, sich etwas zu wünschen, was man schon hat. Also gibt der Volksmund hier doch nur eine nichtssagende, sich selbsterklärende Weisheit zum besten, von der man sich nicht irritieren lassen sollte. Unser Lauffreund Alexander ist dafür ein echtes Vorbild. Er ist von dem sehr, sehr starken Wunsch angetrieben, die höchsten Berge zu erklimmen und dabei stundenlang Täler zu überblicken, die Gletscher zu genießen.

Damit kann unsere Heimat bekanntlich nicht dienen. In diesem Jahr war es dann für ihn endlich soweit: 9 Stunden Wunscherfüllung beim Zugspitz Ultratrail. 1.860 Höhenmeter, verteilt auf 44 Kilometern schmaler Pfade, in engster Nachbarschaft der fulminanten Zugspitze. Dafür hat der Neuenkirchener viele, viele Kilometer im Flachland abgespult.
Sehr gerne auch dort, wo es wirklich garantiert, absolut, aber auch gar keine Höhenmeter gibt und niemals geben wird, nämlich quer durch das Wattenmeer. Beim Friesencross in Schillig und beim Wattlauf von Cuxhaven nach Neuwerk sammelte er ganz neue Argumente dafür, wie angenehm das Laufen in den Bergen ist.
So kann man von ihm lernen, dass auch noch so abwegige Wünsche zumindest die läuferische Kreativität beflügeln und vermutlich genau deshalb hat er sich auch für 2026 wieder beim ZUT angemeldet.
Am besten läuft es also offenischtlich doch, wenn wir unseren Wünschen nachgeben. Das ist einfach: echt selbsterklärend.