500 Meter unter der Erde laufen – allein dieser Gedanke hat mich schon vor dem Start kribbeln lassen. Der Kristall Marathon findet im Besucherbergwerk Merkers bei Bad Salzungen 500m unter der Erde statt

. Ab Zugang zum Fahrkorb nach unten sind Helm und Lampe Pflicht. Mit dem Fahrkorb geht es in knapp zwei Minuten 500m in die Tiefe. Bei rund 700 Teilnehmenden plus Zuschauern braucht es Geduld. Die Schlange vor den Fahrkörben war entsprechend lang. Unten wartet eine Luftschleuse, dann geht es mit LKWs zum Großbunker – schon diese Fahrt ist ein kleines Highlight. Der riesige Bunker diente früher als Zwischenlager für das gewonnene Salz. Dort fanden auch schon Konzerte von bekannten Stars statt. Jetzt stand dort für jede und jeden ein Stuhl bereit, perfekt zum Umziehen und Abstellen der Sachen. 21 Grad hat es im Bergwerk das ganze Jahr, unter dem Helm wurde es schnell warm. Kurz vor dem Start dann Gänsehaut: Lasershow, das Steigerlied – und los geht‘s!

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Die Runde misst 3,3 Kilometer, hat 60 Höhenmeter und zwei Verpflegungsstellen. Der Belag fühlt sich an wie schlecht asphaltierter Untergrund oder sehr festgefahrener Schotter, mit einigen Schlaglöchern. Flach ist hier quasi nichts. Es geht ständig rauf, runter oder um die Kurve.

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Am Anfang wurde ich fast nur überholt. Zum Ende der ersten Runde zog auch Rainer Beckers an mir vorbei, meine Uhr zeigte schon knapp 22 Minuten. Das hatte ich mir eigentlich etwas schneller vorgestellt. Ab Runde vier hatte ich mich an das Profil gewöhnt, der Rhythmus war gefunden, es lief gleichmäßig.

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Mit Beginn meiner siebten Runde wurde es merklich leerer – die meisten Halbmarathonis waren schon im Ziel. Ab Kilometer 30 musste ich die kurzen Anstiege immer öfter gehen, die Kraft fürs Hochlaufen fehlte. Nach und nach waren nur noch wenige Läufer/innen unterwegs. Man weiß zwar, dass man 500 Meter unter der Erde ist, aber beim Laufen vergisst man das. Alles ist so großzügig, dass keine Enge aufkommt. Es fühlt sich an, als würde man durch einen langen, welligen Tunnel laufen, der sich alle 3,3 Kilometer wiederholt.

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Der Cut-off fürs Finish der zwölften Runde liegt bei 4:45 Stunden. Zu dem Zeitpunkt war ich schon auf meiner 13. und letzten Runde – und nach 4:55 Stunden kam ich glücklich ins Ziel. Dann schnell umgezogen, zu Fuß in einer Gruppe von etwa 60 Leuten, begleitet von den Bergleuten, zurück zu den LKWs. Noch einmal die Fahrt zu den Fahrkörben, knapp zwei Minuten nach oben, dabei wie beim Herunterfahren wieder Druck auf den Ohren – und wieder ans Tageslicht.

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Ein besonderer Lauf, der noch lange nachklingen wird. Es war deutlich anstrengender als gedacht. Für mich vermutlich ein einmaliges Lauferlebnis, – aber man weiß ja nie.

Viele Grüße

Michael 

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