Psychologische Studien zeigen, dass auch bei Einzelkämpfern die Motivation zu einer harten sportlichen Anstrengung steigen kann, wenn sich der Sportler mit einer Gruppe verbunden fühlt. Klingt etwas abstrakt. Anlässlich der Vereinsfahrt der LG Burg stellte sich deshalb die Frage, ob und wie es gelingen könnte, diese These durch praktische Erprobung zu untermauern. Unser Organisator und Trainer Christian ermöglichte dazu ein ebenso lehrreiches wie unterhaltsames läuferisches Experiment.

Otterndorf liegt als Küstenort an der Elbmündung so weit im hohen Norden, dass es nicht nur dem über die Elbe dahingleitenden Welthandel, sondern auch allen Naturgewalten scheinbar ein freundliches Hallo zuruft. In dieser exponierten Lage galt es zunächst, beim Outdoor-Grillfest auf dem Campingplatz eine erste Kluft zu überwinden: die zwischen der Campertruppe und den Hotelfreunden unter uns. Durch den Austausch von Grillgut und Salaten gelang es problemlos, Nähe herzustellen. Am Abend vor dem Wettkampf folgte dann der Gegenbesuch der Camper im feinen Hotelrestaurant.

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Bild: LG BURG-   TREFF AUF CAMPINGPLATZ 

Nachdem alle Lauferfahrungen ausgetauscht und sämtliche Details des morgigen Wettkampfs ausdiskutiert waren, wurde geschickt eine Spielidee in die Runde gegeben – Dank an Melanie. Beim Erkennen von Liedern der populären Musik vergangener Jahrzehnte wurde das gemeinsame kulturelle Gedächtnis aktiviert und zum Gesprächsthema. Unfassbar, wie mühelos sich Conny und Maria als echte Musikkennerinnen durch die Musikgeschichte bewegten und damit reichlich Gesprächsstoff über vergangene Zeiten lieferten. Aber auch die weniger versierten Musikfans fanden Anknüpfungspunkte und konnten ihre Erinnerungen beisteuern. So weit, so gut. Was all das für die sportliche Bilanz bringen würde, musste allerdings erst der Wettkampf zeigen.

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Bild: LG Burg   Musikfachfrau Cornelia Arnegg 

Obwohl das Angebot beim Küstenmarathon vom 5-km-Lauf bis zum Marathon reicht und außerdem Staffel, Walking sowie zahlreiche Kurzstrecken für Kinder umfasst, beschränkten wir LG Burgler uns auf die 10 km , den Halbmarathon und das Walking. Die Strecken führen, teilweise über mehrere Runden, nach dem Start im Ortskern weit hinaus auf den Elbdeich und anschließend durch die kleinen Gassen der Altstadt zurück in die Stadtmitte.

Unter den insgesamt knapp 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser beiden Wettbewerbe war sogar Laufprominenz vertreten, beispielsweise Lisa Hahner. Die zahlreichen Zuschauer konnten zudem Ausnahmeläufer aus Äthiopien bestaunen, die die 10 km in 29 Minuten und den Halbmarathon in 66 Minuten absolvierten. Um es vorwegzunehmen: Keiner von uns konnte mit diesen Fabelzeiten mithalten.

Nach dem Wettkampf gab es Urkunden und die übliche Erfrischung in der Läuferoase. So gestärkt trafen wir uns bei tatsächlich guten äußeren Bedingungen, die Medaillen um den Hals, zur Siegerehrung auf dem Rathausplatz. Als der Moderator bei den Altersklassenehrungen – teilweise durchaus überraschend – ein ums andere Mal die LG Burg aufrufen musste, war in unseren Gesichtern abzulesen, dass es an diesem Tag nicht nur um die eigene Leistung gegangen war. Man hatte sich auch für die anderen angestrengt – vielleicht gerade dann, wenn es einmal nicht so gut lief.

Damit spricht einiges dafür, dass es doch goldrichtig war, am Vorabend mit musikalischen Erinnerungen nicht nur das gemeinsame kulturelle Gedächtnis, sondern gleich auch die Anstrengungsbereitschaft zu aktivieren. Der wissenschaftliche Beweis mag noch ausstehen, das Ergebnis unseres Feldexperiments kann sich jedenfalls sehen lassen.

Insofern können wir uns schon darauf freuen, wenn es - wo auch immer – wieder heißt:

Die LG Burg schreibt Musikgeschichte!

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